Herren: Unterwäsche / Unterhosen: Größe ermitteln & umrechnen   

Auf dieser Seite findet sich eine Messanleitung (Schritt-für-Schritt), eine Größentabelle und ein Umrechner um die perfekte Größe von Herrenunterwäsche zu bestimmen.

Exakte Größe ermitteln, perfekte Passform finden

Damit Unterwäsche optimal sitzt, an keiner Stelle drückt oder kneift, ist die richtige Größe wichtig. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Systeme. Üblich sind entweder die deutschen Konfektionsgrößen für Herrenunterwäsche, hier reichen die Normalgrößen von 3 bis 14. Die andere Variante bezieht sich auf die US-Größen (XS bis 6XL). Die Hersteller verwenden entweder eines der beiden Systeme oder geben in ihren Produkten beide Maßangaben an.

Herren Unterwäsche Größentabelle

Bundumfang: Einmal um die Taille herum messen. Am besten eignet sich die Stelle, in der die Unterwäsche normalerweise aufhört. Auf keinen Fall den Bauch einziehen, sondern ganz normal einatmen.

BundumfangUS - GrößeDE-Größe
76 - 81XS3
80 - 85S4
86 - 91M5
92 - 97L6
98 - 103XL7
104 - 109XXL8
110 - 1153XL9
116 - 1234XL10
124 - 1355XL12
136 - 1476XL14

Keine Normierung

Leider gibt es keinen international gültigen Standard. Jeder Hersteller kann seine eigene Definition anwenden. Dazu kommt die Abweichung in anderen Ländern: Frankreich und Italien neigen dazu, geringere Durchschnittswerte zu verwenden, italienische und französische Produkte fallen also oft kleiner aus als Wäsche von deutschen Herstellern. Die Umsetzung in den Schnitt ist ebenfalls oft abweichend. Vergleiche zeigen, dass beispielsweise ein klassischer Slip der Marke A anders ausfällt als vom Hersteller B, obwohl die gleiche Größe im Etikett steht. Trotz dieser Unsicherheiten ist die Ermittlung der eigenen Größe der erste Schritt, um gut sitzende Unterwäsche zu finden.

Arten von Herrenunterwäsche

Die richtige Größe muss stimmen, aber auch die Schnittform spielt eine wichtige Rolle, damit die Wäsche perfekt sitzt. Im Handel sind viele unterschiedliche Schnitte zu finden. Was eignet sich für welchen Figurtyp? Der folgende Überblick informiert über Kennzeichen und Unterscheidungsmerkmale.

Retro Pants

Als Retro Pants bezeichnet man modische Herrenunterhosen ohne Eingriff, die eng anliegen. In der Höhe reichen Retro Pants mindestens bis zur halben Hüfte, oft höher. Der Po ist bedeckt, der Stoff reicht auch noch einige Zentimeter über die Beinansätze. Retro Shorts ohne Beinansatz heißen Hip Shorts. Das bevorzugte Material ist Mikrofaser, wichtig ist immer ein elastischer Anteil, damit die figurnahe Passform stimmt. Bei Retros aus Baumwolle spricht man von Brief Shorts. Der perfekte Sitz und die angenehmen Trageeigenschaften machen Retro Pants zum Erfolgsmodell.

Boxer Shorts

Boxer Shorts zählen zu den Klassikern in der Herrenunterwäsche. Die kurze Hose ist weit geschnitten, hat meistens einen Eingriff, der bei einigen Modellen mit Knöpfen geschlossen werden kann. Boxer Shorts reichen von der Taille oder Hüfte bis zum Oberschenkel, die seitliche Beinlänge ist unterschiedlich lang, je nach Hersteller und Modell. Der obere Abschluss besteht aus einem Gummibündchen oder einem abgesteppten Bund mit Gummizug. Die bequeme Unterhosenversion wird meist aus Baumwolle hergestellt. Sie trägt sich angenehm, braucht aber auch Platz. Unter eng anliegenden Hosen und Jeans sind Boxershorts nicht günstig, sie passen besser unter weit geschnittene Hosen.

Slips

Slips sind ebenfalls klassische Modelle. Beim Sportslip handelt es sich um einen hautnah sitzenden Slip mit unterschiedlicher Höhe. Er endet allerdings immer unterhalb der Taille. Sportslips sind meistens ohne Eingriff. Der sachliche Schnitt hat dazu geführt, dass der Sportslip auch im Alltag gern getragen wird. Sportslips eignen sich für jeden Figurtyp. Sie sind ist aus verschiedenen Materialien erhältlich. Möglich sind Baumwolle, synthetische Fasern oder Materialmischungen.

String

Der String kommt mit sehr wenig Stoff aus und sollte schlanken Herren vorbehalten sein. Der Name leitet sich vom englischen „string“ für Saite oder Schnur ab. Die Seitenteile sind extrem schmal. Das Gesäß und die Vorderseite sind nur mit einem dreieckigen Stoffstück bedeckt. Eine Sonderform ist der G-String, der nur aus einem Vorderdreieck und Schnüren über den Hüften und zwischen den Pobacken besteht. Beim Stringtanga ist das hintere Dreieck fällt das hintere Dreieck höher aus.

Tanga

Beim Tanga findet man vorne und hinten Dreiecke. die Seitenteile bestehen aus schmalen Stoffstreifen oder Schnur. Die Übergänge zum String sind fließend. Eine weitere Form ist der Thong, der vor allem in den USA bekannt ist. Dabei bleibt der Po textilfrei.

Materialien von Baumwolle über Wolle bis zu Hightech-Fasern

Das Material für Unterwäsche hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Baumwolle ist nach wie vor ein häufig verwendetes Material. Wolle kommt seltener zum Einsatz, zeigt aber als Merinowolle ausgezeichnete Eigenschaften. Kunstfasern aus Polyamid und Polyester sind zwar günstig in der Herstellung, tragen sich aber nicht immer angenehm. Ganz anders sieht es bei Mikrofasern aus. Diese Fasern werden zwar ebenfalls synthetisch hergestellt, überzeugen aber durch gute Trageeigenschaften. Für edle Unterwäsche verwendet man Seide oder Materialmischungen mit einem Seidenanteil.

Unterwäsche aus Baumwolle

Baumwolle ist ein klassisches Material. Hochwertige Baumwolle zeichnet sich durch lange Fasern aus. Das Material eignet sich für fein gewirkte oder gestrickte Unterwäsche, die auch als Trikotagen bezeichnet werden. Veredelungsverfahren wie die Merzerisierung verleihen dem Material einen feinen Glanz. Bio-Baumwolle stammt aus biologischem Anbau, noch besser ist die zusätzliche Kennzeichnung als „Fair-Trade“-Produkt. Alle Baumwollprodukte sind gut waschbar, auch bei höheren Temperaturen, hautfreundlich und angenehm in den Trageeigenschaften. Baumwolle kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, gibt sie aber nur schwer wieder ab. Für Sportwäsche ist sie deshalb nur bedingt geeignet, eher für Hosen und Jeans.

Tencel / Viskosefasern

Tencel ist eine Weiterentwicklung aus Viskosefasern. Der Grundstoff ist ein Holzzellstoff, zum Beispiel aus Bambus, Eukalyptus oder Kokosfaser. Tencel fühlt sich angenehm kühl auf der Haut an und ist ideal für die warme Jahreszeit geeignet. Das Material ist leicht und trocknet sehr schnell, bietet also gute Voraussetzungen für Funktionswäsche.

Polyester

Polyester ist eine wiederverwertbare Kunstfaser, die mit Pflegeleichtigkeit punktet. Das Material wird häufig für Sportunterwäsche verwendet. Achten Sie auf die Qualität – Polyester neigt dazu, dass sich Schweißgeruch festsetzt. Um das zu verhindern, werden die Fasern mit Silberionen veredelt. Das Verfahren verhindert das Wachstum von geruchsbildenden Bakterien.

Polypropylen

Polypropylen ist ebenfalls eine Kunstfaser, die als Nebenprodukt in der Erdölindustrie entsteht. Das Material ist extrem leicht und trocknet schnell. Feuchtigkeit wird nicht aufgenommen. Als Faser ohne weitere Beimischungen ist Polypropylen nur bedingt für die Wäscheherstellung geeignet.

Elasthan

Elasthan ist auch als Spandex oder Lycra bekannt. Das Material sorgt für hochelastische Stretcheffekte. Pur wird Elasthan nicht verwendet, sondern als Beifügung zu anderen Materialien. Elasthan sorgt für eine perfekte Passform, die Unterwäsche behält ihre Form dauerhaft. Bei Funktionsunterwäsche wird häufig ein Elasthananteil verarbeitet, aber auch andere Fasern profitieren von den elastischen Eigenschaften. Elasthan wird auch für Badeanzüge, Bikinis und Badebekleidung eingesetzt.

Mikrofaser

Mikrofaser ist eine synthetisch hergestellte Faser, die pur oder als Mischung mit anderen Fasern verarbeitet wird. Der besondere Vorteil basiert auf den extrem feinen Fasern, die Stoffe mit einem glatten, seidenähnlichen Effekt ergeben. Mikrofasern sind elastisch und formstabil. Das hautfreundliche Material fühlt sich angenehm an. Es ist atmungsaktiv und feuchtigkeitsabweisend.

Merinowolle

Merinowolle besteht aus sehr feinen Wollfasern, die von den meisten Menschen gut vertragen werden. Das Material ist leicht und weich. Der Temperaturausgleich ist eine der besten Eigenschaften von Merinowolle. Trotz der Bezeichnung „Wolle“ ist die Faser im Sommer angenehm kühl, im Winter speichert sie die Körperwärme. Merinowolle nimmt kaum Gerüche an. Unterhemden und Shirts müssen nicht sofort gewaschen werden, Lüften reicht oft aus. Für Sport- und Funktionswäsche ist das Material gut geeignet. Beliebt ist auch ein Mix mit anderen Materialien. Mischungen aus Merinowolle und Seide ergeben zum Beispiel sehr hochwertige Herrenunterwäsche. Für Männer mit empfindlicher Haut oder Allergieneigungen ist der Merinowolle-Seide-Mix ideal geeignet.